Allée au tapis vert
Objektbeschreibung
Bombois wuchs als Sohn eines Schiffers auf einem Schleppkahn auf. Er arbeitete als Hütejunge, Landarbeiter und Ringkämpfer, später als Pflasterer und in einer Druckerei. In der Kunst war er Autodidakt. Seine Bilder stellte er auf einem Markt auf dem Montmartre in Paris aus, wo er „entdeckt“ wurde. Später sammelte der in der französischen Hauptstadt tätige Kunsthändler Wilhelm Uhde sein Werk. Bis 1930 lebte Bombois, der sich nun nur noch der Kunst widmete, in Paris, danach in der Nähe der Stadt. 1932 wurde er durch eine Ausstellung in der prominenten Galerie Georges Bernheim der Gruppe der „Primitifs modernes“ zugeordnet. Die naive Malerei Bombois’ fand schon zu seinen Lebzeiten zahlreiche Liebhaber. Zu den Sammlern seiner Kunst gehörten neben Uhde auch Marcel Monteux, Mme Gregory-Sèvres, der Kunsthändler Henri Bing-Bodmer, Franz Meyer vom Kunsthaus Zürich, Dina Vierny und Charlotte Zander. „Allée au tapis vert“ entstand im Park von Marly-le-Roi bei Paris. Vor dem unrealistisch dunklen Hintergrund, der aus einer geschlossenen Wand von Bäumen gebildet wird, stechen die helle Farben des Weges und dessen Randbebauung heraus, vor allem Grün, Rosa, Hellgrau und Weiß, die der Komposition eine fantastische, fast magische Wirkung verleihen. Die in Rückenansicht dargestellte Frau und das Kind entfernen sich von den Betrachter:innen mit schwungvollem Schritt aus dem hellen Sonnenlicht in Richtung des etwas unheimlich anmutenden Waldes. | Emily Joyce Evans