Feldscheunen in Jütland
Objektbeschreibung
Die in Berlin geborene Künstlerin war ab 1953 Meisterschülerin von Karl Schmidt-Rottluff, dem Mitbegründer der expressionistischen Künstlergruppe Die Brücke, an der Berliner Hochschule der Künste in West-Berlin. Die zweifache Mutter hatte neben ihrer Berufstätigkeit in der Chemietechnik nach ihrem Abschluss 1964 als Malerin eigene Schüler*innen und etablierte sich mehr und mehr als Künstlerin. Böddinghaus’ expressionistisch inspiriertes Werk ist geprägt von der Faszination für das Alltägliche; ihre Stillleben, Akte und Landschaften erstrahlen in bunten Farbtönen, deren satte Kontraste den Motiven ein Eigenleben verleihen. Markante Formen sind zugunsten einer ausdrucksvollen Klarheit schwarz umrandet – Böddinghaus reduziert die Motive auf ihre expressive Essenz. Ihre „Vorliebe für die rauhe, urtümliche Natur“ (Ingrid von der Dollen, Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der „verschollenen Generation“, Geburtsjahrgänge 1890–1910, München 2000, S. 289) zeigt sich besonders in ihrer Begeisterung für nordeuropäische Landschaften. „Feldscheunen in Jütland“ lässt Laubbäume vor den Spitzdächern in einem kräftigen Grün leuchten; türkisfarbene Flächen deuten eine Wasserstelle an, während ein warmes Pastellrosa den Himmel nahezu fauvistisch färbt. Die schwarzen Konturen verstärken die Farbkontraste dieser dänischen Landschaft, deren rohe Lebendigkeit die Künstlerin mit dicken Pinselstrichen eingefangen hat. | Lola Inó Schönherr