Der Agitator
Objektbeschreibung
Nachdem Lachnit zunächst als Tischler gearbeitet hatte, studierte er Innenraumgestaltung in Dresden. Ab 1928 war er als Innenarchitekt bei der Hellerauer Tischlerei Wörner tätig. Parallel war er in den Ateliers der Bildhauer Eugen Hoffmann und Hermann Richter beschäftigt, nachdem er zuvor mit Hoffmann an einem Modell für ein Denkmal in Peru gearbeitet hatte. Zwischen 1948 und 1952 schuf Lachnit mehrere Figurengruppen, wobei er die einzelnen Elemente immer der Gesamtform unterordnete. Durch ihre Gewandung sind die Figuren wie schematisiert, ohne individuelle Züge. Nur in der Gruppe gelangen sie zu Ausdruck. Mit dieser Art der Ausarbeitung thematisierte Lachnit den kollektiven Zusammenhalt und gemeinschaftliches Handeln. Der titelgebende Agitator überragt die anderen Personen, die ihm zugewandt sind. Er hebt den rechten Arm, wodurch sein Gewand zeltförmig angehoben wird und sich über die angedeutete Menge zu spannen scheint. Die einzelnen Zuhörenden sind leicht in unterschiedliche Richtungen geneigt, so wirkt die Versammlung bewegt. Während ein alternativer Werktitel „Gruppe (Redner)“ lautet, lässt die Dynamik im Publikum den Redner als Agitator erscheinen. | Sarah Hampel