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Objektbeschreibung

Bereits 1930 hatte Rudolph eine Hyäne gemalt (Städtische Kunstsammlungen, Chemnitz), diese von 1953 ist feiner, genauer erfasst, studierter. Sie steht vor einem hellen Hintergrund, unten gelblich, oben hellblau, mit weiß ausgesparten Streifen, wie vor sonnendurchglühter Landschaft. Das Tier dagegen ist deutlich und mit großer Präzision erfasst: Das gelbbraune Fell mit schwarzen Punkten, die gesträubten Rückenhaare, die charakteristisch eingeknickten Beine. Unverständlicherweise aber fand auch dieses Tierbild harsche ideologische Kritik. Es war auf der Herbstausstellung Dresdner Künstler 1953 gezeigt worden. Ende November reproduzierte die „Sächsische Zeitung“ dieses Gemälde mit abwertender Beischrift, der fehlende Zeitbezug wurde als Ablehnung der gegenwärtigen Gesellschaft verstanden. Wenig später wiederholte Lea Grundig in der Zeitschrift „Bildende Kunst“ (Nr. 1, 1954, S. 22) die Vorwürfe. Auch sie sah das Tier „vollkommen losgelöst von den Bedingungen seines Lebens in der Einsamkeit seiner ganzen traurigen Häßlichkeit“. Rudolph suchte sich in einem langen Brief zu rechtfertigen: „Alle Merkmale des Tieres, die mich als Realisten zur Darstellung reizten, kommen überzeugend zum Ausdruck. Die Ohren, die Lautempfängern aus den Welten der Wüsten gleichen, der kräftige Vorderbau und Hals, […] alle diese Merkmale sind als ein Ausdruck der gewaltigen Natur in meinem Bilde dargestellt und weisen mich damit als echten Realisten aus. – Wie in aller Welt wollen Sie aber aus der überzeugenden Darstellung dieses Tieres herleiten, daß ich mich einsam in eine Menschenfeindlichkeit zurückgezogen hätte.“ (zit. nach Martin Schmidt, Wilhelm Rudolph […], Dresden 2002, S. 134) | Angelika Wesenberg