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Objektbeschreibung

Immer wieder hat Lingner Frauen und Mädchen gemalt und gezeichnet. Meist sind es Singende oder Tanzende, Mädchen beim Spazierengehen, auf dem Markt, dem Nachhauseweg oder inmitten von Demonstranten. Nur einmal, in dem Bild „Arbeitslos“, zeigt er sie tatenlos und bedrückt. Die vier Frauen stehen als Gruppe zusammen, wobei sich die Jüngste von ihnen mit verschränkten Armen etwas abseits befindet und die anderen drei anschaut, während diese aus dem Bild herausblicken, ein Modus, den Lingner in vielen seiner Arbeiten nutzte. Das Thema der arbeitslosen Frauen hatte Lingner bereits in einer Zeichnung aufgegriffen, mit der er im Februar 1932 einen Artikel über Arbeitslosigkeit in der kommunistischen Wochenzeitschrift „Monde“ illustrierte, für die er seit 1930 als Gestalter und Pressezeichner tätig war. Oftmals setzte er seine Zeichnungen in Malerei um (oder umgekehrt). Die Gemälde „Arbeitslos“ und „Im Boot“ (A III 232) zeigte Lingner 1934 in der Pariser „Exposition des artistes révolutionnaires“. Hier wurden sie als „unbestreitbar zu den besten“ Bildern gehörend gewürdigt, die in der Ausstellung zu sehen waren. Und weiter hieß es: „Er [Lingner] ist einer von denen, die neue Wege beschreiten, die zu einer neuen Kunst führen werden“ (AEAR, Paris, 1934, zit. nach Max Lingner, Mein Leben und meine Arbeit, Dresden 1955, S. 75). | Maike Steinkamp