Windmühle für den Garten der Nationalgalerie. Modell 1:6
Objektbeschreibung
Als die Brüder Baschet 1974/75 als Auftragsarbeit für den Innenraum der Neuen Nationalgalerie ihren „Lotosbrunnen“ (B 1060) entwickelten, konzipierten sie auch eine komplementäre Plastik für den Außenraum des Museums. Sie entwarfen eine „Windmühle“, die aber nicht für die offene Terrasse, sondern für den geschützten Skulpturengarten gedacht war. Bereits 1971 hatten die Baschets für die Bundesgartenschau im Kölner Rheinpark mehrere auf Windbewegung angelegte Klangskulpturen geschaffen, eine „Rotierende Windrose“ ist dort noch heute zu sehen. Die für Berlin gedachte „Windmühle“ sollte auf einer Grundfläche von 3 × 3 m installiert werden, kam jedoch nicht über das Modellstadium hinaus. Von einem Zentrum ausgehend, winden sich wie bei einer Seerose zahlreiche Stängel organisch in verschiedene Richtungen und heben silberne Blüten in die Luft. Diese sollten durch den Wind in Bewegung versetzt werden und dabei Geräusche erzeugen. Einige wie Grashalme in den Raum ragende Resonanzdrähte aus Matratzenfedern oder Klaviersaiten sollten dann – wie bei zahlreichen Musikinstrumenten des Künstlerduos – Echoeffekte und Obertöne erzeugen. Das Modell im Maßstab 1:6 schenkten sie der Neuen Nationalgalerie zum Abschied des Gründungsdirektors im Januar 1976. Zwei Monate später war es Teil der Ausstellung „Freunde danken Werner Haftmann“. | Dieter Scholz