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Blumenstillleben


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Objektbeschreibung

Unter den Künstlerinnen ihrer Zeit war Caspar-Filser eine der erfolgreichsten. Sie präsentierte ihre Werke auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, oft als einzige Frau, und gehörte mehreren Künstlergruppen an, unter anderem war sie Gründungsmitglied der Künstlervereinigung SEMA sowie der Münchner Neuen Secession. Mehrere Reisen führten sie nach Frankreich und Italien. Als einer der ersten Künstlerinnen überhaupt wurde ihr 1925 in München ein Professorentitel verliehen. Caspar-Filser hatte in Stuttgart die Damen-Malklasse bei Friedrich Keller besucht. 1901 wechselte sie an die Akademie der bildenden Künste in München zu Ludwig Herterich, einem Verfechter der Freilichtmalerei. Er brachte ihr eine an Lichtwirkungen orientierte Malerei nahe. 1905 hatte sie ihre erste Einzelausstellung im schwäbischen Ebingen. Im selben Jahr reiste sie mit ihrem späteren Ehemann, Karl Caspar, nach Paris. Werke von Paul Cézanne und Vincent van Gogh wurden für sie prägend. Sie entwickelte einen koloristischen, expressiven Malstil. Vor allem Landschaften und Stillleben galt ihr besonderes Interesse. In Caspar-Filsers Gemälde „Frühlingssonne“ (A IV 139) ist ein spärlich bewachsener, zerfurchter Berghang mit mehreren Figuren zu sehen, darunter eine Gruppe dreier sitzender Kinder und, vorn rechts, ein Knabe mit Ziege. Bereits drei Jahre zuvor hatte sie ein solches Motiv in dem Bild „Halde mit Kindern“ verwandt (1909; Privatbesitz). Das großformatige, farbintensive „Blumenstillleben“ (A IV 140) mit Calla-Stängeln, Lilien, Rosen und Flieder ähnelt den Kompositionen „Calla und Flieder“ von 1925 (Landkreis Ravensburg, Landratsamt) und „Großer Frühlingsstrauß“ von 1926 (EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe; vgl. Maria Caspar-Filser, Ausst.-Kat., Hausen ob Verena/Ochsenhausen, 2013, Nr. 37 und 38). Es entstand wohl Mitte der 1920er-Jahre, nachdem der Ehemann 1922 an die Münchner Akademie berufen worden war und das Paar gemeinsam in dessen großem Atelier selbstbestimmt arbeiten konnte. | Birgit Verwiebe