Strand bei Prerow
Objektbeschreibung
Verlassene Strandkörbe an einem stürmischen Tag am Strand des Ostseebades Prerow auf dem Darß boten Liebknecht die Vorlage für ein farbfunkelndes, bewegtes Bild in impressionistischer Manier, ein heiteres Ferienbild im Vergleich zu den Berliner Ansichten (vgl. etwa „Straße in Berlin“, A IV 615). 1926/1927 hatte der Maler für mehrere Monate Urlaub von der Dresdner Kunstakademie genommen, um in Frankreich – in Paris und in Cagnes-sur-Mer – Kunst und Landschaft zu studieren. Der durch seinen Lehrer Robert Sterl geprägte Spätimpressionismus wurde dort glänzender und bewegter. Auf diese Tradition griff Liebknecht hier zurück und sollte es später, im Pariser Exil, erneut tun. Seine erste Museumsausstellung erhielt Liebknecht 1958 in der Nationalgalerie (Ost). Schon zuvor, 1955, hatte deren Direktor, Ludwig Justi, die 1954 entstandene leuchtende Ansicht einer „Straße in Paris“ erworben (A III 421). Er hätte gut auch den „Strand bei Prerow“ wählen können, um an die verlorene Moderne neu anzuknüpfen. | Angelika Wesenberg