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Peinture 96,5 130 cm, 15 mars 1957


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Objektbeschreibung

Soulages setzte sich in seinem Œuvre intensiv mit der Erforschung und Inszenierung von Schwarz auseinander. Er verzichtete in seinen Bildern auf das Figurative oder eine für die Betrachter:in nachvollziehbare Abstraktion ebenso wie auf das Gestische, den Zufall, den Ausdruck von Gefühlen. Die Präsenz seiner Werke entfaltet sich einzig im Wahrnehmen der Komposition und der Oberflächentexturen. „Ich schildere nicht. Ich erzähle nicht. Ich repräsentiere nicht, ich male, ich zeige“, sagte Soulages 1980 über seine Kunst (zit. nach Ausst.-Kat., Baden-Baden, 2020, S. 8). Die zwei Arbeiten des Malers in der Sammlung der Nationalgalerie (NG 1/58 und NG 42/76) entstammen verschiedenen Schaffensphasen. In dem 1957 entstandenen, querformatigen Ölgemälde wird das Schwarz noch von farbigen Flächen hinterfangen. Schräge schwarze Balken, dynamisch über die Leinwand verlaufend, vermischen sich mit den darunterliegenden Weiß-, Grau und Brauntönen und stehen gleichzeitig im Kontrast dazu. In der hochformatigen Komposition von 1973 kontrastiert der weiße Grund mit zwei vertikalen schwarzen Streifen. Während der linke weitgehend geschlossen wirkt, fasert der rechte zu den Rändern hin aus und lässt den hellen Grund durchscheinen. Ab 1979 bedeckte der Künstler seine Leinwände vollständig mit schwarzer Farbe und konzentrierte sich ausschließlich auf die Reflexionen des Lichts in der bearbeiteten Oberfläche – das Schwarz entwickelt so eine jenseitige Qualität („Outrenoir“). | Lisa Hackmann