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Rotes Haus im Schnee


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Objektbeschreibung

Die originelle Schrägansicht einer Dresdner Vorstadtvilla fand sofort Aufmerksamkeit und zählt mit ihrem Pendant in Dresden zu Wilhelms bekanntesten Werken. Der Maler zeigt den Blick von rechts unten auf einen der Ecktürme. Genau davor erhebt sich ein stark beschnittener Baum gleich einer Skulptur. Die vielfachen Schwünge des Giebels und des Turms finden ihren Widerhall in der geschwungenen Mauer und den Eisengittern im Vordergrund. Das dunkle Rot der Hausfront, unterbrochen von hellen Fenster- und Giebelumrandungen, verleiht der Darstellung eine gewisse Würde. Das Bild war 1956 in der Ausstellung zum 70. Geburtstag des Malers in Dresden, Karl-Marx-Stadt und Ost-Berlin zu sehen. Wolfgang Balzer würdigte es: „Ein Bild wie das ,Rote Haus im Schnee‘ gewinnt etwas von monumentaler Größe. Wie bei den Franzosen, wenn sie die Villeggiaturen in der Bannmeile von Paris malen, erhöht zuweilen die prosaische oder kitschige Fassade eines Bürgerheimes, die mit phrasenloser Sachlichkeit festgehalten wird, durch den Kontrast den Eindruck einer höchst sensiblen Tonmalerei.“ (Bildende Kunst, Jg. 4, 1956, S. 257) Auch Henner Menz wies in seiner Laudatio auf Wilhelms Leistung als Architekturmaler hin: „Von daher kann ein Bild wie ‚Das rote Haus im Schnee‘, das ein noch außerhalb der zünftigen Architekturgeschichte stehendes Motiv als bildwürdig erachtet, nicht hoch genug eingeschätzt werden.“ (Paul Wilhelm. Gemälde, Aquarelle, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin [Ost], 1957, o. S.) Eine Ansicht von der Rückseite des Hauses, ebenfalls im Winter, um 1957 datiert, befindet sich in der Galerie Neue Meister, Dresden. | Angelika Wesenberg