Stürmische Wellen (Nächtliches Meer)
Objektbeschreibung
Nach einer Reihe kleinformatiger, dem Surrealismus verpflichteter Gemälde sowie mythischen Tierdarstellungen mit kräftigen Lineamenten und klar strukturierten, vornehmlich erdtonhaften Farbflächen entstand von 1934 bis 1937 mit den sogenannten Dünen- und Fischerbildern eine erste eigenständige Werkgruppe. Angeregt durch Ferienaufenthalte an der Ostsee schuf Nay großformatige Rohrfederzeichnungen und Gemälde, die mit ausgreifenden rhythmischen Linienschwüngen die Naturgewalt des Meeres eindrücklich vor Augen führen. In Gemälden wie „Stürmische Wellen (Nächtliches Meer)“ (B 5/1) und „Ostseefischer“ (B 63) erscheint die menschliche Figur, einsam oder zu mehreren, Männer wie Frauen, in Einklang mit dem mächtigen Geschehen ihrer Umgebung. Farblich drückt sich die elementare Situation in einer Reduktion auf wenige, flächig aufgetragene Farben aus: Schwarz und Weiß, wenige Blau- und Braun- sowie dunkle Rottöne, die den menschlichen Figuren vorbehalten sind. Dynamisch ineinandergreifende Silhouetten zeigen eine Welt, die das Nebensächliche ausblendet und dem Bedrohlichen die trostreiche Vorstellung eines sinnhaften Geschehens verleiht. | Kyllikki Zacharias