Schwäbische Landschaft
Objektbeschreibung
Der Betrachter eines Bildes müsse „Echtheit spüren. Er muss unbewusst im Landschaftsbilde den Wind fühlen, den Duft frischer Äcker riechen. Er muss Lust bekommen, in mein Bild hineinzuwandern“, schrieb Lenk in einem Artikel mit dem Titel „Was ich will“ (Die Kunst für Alle, 46. Jg. [1930/1931], H. 12, S. 374). Neben seiner Vorliebe für unscheinbare Dinge des Alltags wie Topfpflanzen (vgl. „Amaryllis“, A IV 202) oder Haushaltsgegenstände gehörten landschaftliche und architektonische Veduten zu den häufigen Sujets des Künstlers. Mithilfe einer auf höchste Präzision zielenden altmeisterlichen Technik – Lenk hatte von 1915 bis 1925 an der Dresdner Kunstakademie unter anderem bei Richard Müller studiert, der für seine Feinmalerei berühmt war – erhöhte der Künstler die Suggestivkraft seiner Bilder, um gesellschaftliche Brücken zu bauen. Selbst in einem Dorf aufgewachsen, in dem Maler nichts anderes als Anstreicher waren, versuchte Lenk den „Riß […] zwischen der im Bilde gestalteten Vorstellung des Malers und der Vorstellung des Bildbetrachters“ zu kitten, der an seinen Fähigkeiten zweifelt, „weil er seine Vorstellung als laienhaft oder sentimental, unkünstlerisch und kitschig verdammt sieht“ (Franz Lenk, in: ebd.). In unzähligen Aquarellen und Gemälden, die bisweilen an die nach 1933 am Bodensee entstandenen Landschaftsbilder seines verehrten Freundes Otto Dix erinnern, ist ihm dies in malerischer Hinsicht zweifellos gelungen. | Kyllikki Zacharias