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Objektbeschreibung

Von der „Hockenden“ gibt es Ausführungen in Gips (B III 92) und Marmor (B I 493) sowie zahlreiche weitere motivisch ähnliche Versionen (vgl. WVZ Jörgens-Lendrum 1994). Eine 1927 in Scharffs Berliner Atelier aufgenommene Fotografie zeigt den Künstler vor dem Marmorblock mit Hammer und Meißel in den Händen und einem kleinen, vielleicht zwanzig Zentimeter großen Modell, das seitlich auf einem Stativ steht (Edwin Scharff. Retrospektive, Ausst.-Kat. Edwin-Scharff-Museum, Neu-Ulm, 1987, S. 23, Abb. 24). Wie bei dem wenige Jahre zuvor geschaffenen „Liebespaar“ (B I 479) geht auch hier die relativ glatt gearbeitete Figur in den rauen Stein des Sockels über. Der gehobene Kopf und der Blick nach vorn suggerieren, dass sich die Dargestellte gleich aus dem Stein heraus erheben könnte – oder beim Bad überrascht worden sei, wie Paul Ortwin Rave 1929 schrieb (Paul Ortwin Rave, Deutsche Bildnerkunst von Schadow bis zur Gegenwart. Ein Führer zu den Bildwerken der National-Galerie, Berlin 1929, S. 220 f.). Im Gegensatz zum Marmor ist das Modell in Gips nicht glatt verarbeitet. Scharff war seit 1923 Professor für dekorative Plastik an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Im selben Jahr stellte er in der Neuen Abteilung der Nationalgalerie im Kronprinzen-Palais, 1927 in der Preußischen Akademie der Künste aus. Sein Erfolg zeigt sich nicht zuletzt darin, dass in jenen Jahren zwei Ausführungen der „Hockenden“, das „Liebespaar“ und eine Porträtbüste von Paul von Hindenburg (B I 504) für die Nationalgalerie angekauft wurden. | Emily Joyce Evans