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Objektbeschreibung

Lohses Gastgeber in Bischofswerda, Karl Hebenstreit und Rose Scheumann, bei denen er seit Oktober 1919 weilte, hatten häufig Künstlerinnen und Künstler aus Dresden zu Gast, darunter den jungen Arnold Vieth von Golßenau, der später unter dem Pseudonym Ludwig Renn als Schriftsteller hervortreten sollte. Dessen Bildnis, als „Roter Klang“ bezeichnet, malte Lohse bereits Ende 1919 (Galerie Neue Meister, Dresden). Unter den Personen, die der Künstler porträtierte, war auch „Dr. Hoppe“. Dabei dürfte es sich um den Germanisten Karl Hoppe (1892–1973) handeln, der im April 1920 an der Universität Leipzig mit der Arbeit „Georg Büchner als sozialpolitischer Denker“ promoviert worden war. Dass Hoppe Mitbegründer des Sozialistischen Studentenbundes und Herausgeber der Anthologie „Das Erwachen. Revolutionäre Dichtungen“ (Leipzig [1920]) war, hat Lohse im flammenden Rot des Hintergrundes angedeutet. Das Gemälde blieb unvollendet, wurde jedoch signiert. Der schnelle Pinselstrich, starke Farbkontraste, die flächige Stilisierung und eine bis an die Grenze zur Karikatur verzerrte Physiognomie zeichnen die expressionistischen Porträts Lohses aus. Sie verraten die Kenntnis der Malerei von Künstlern der Brücke sowie der Werke von Otto Dix und Conrad Felixmüller, die in der Dresdner Sezession Gruppe 1919 aktiv waren, als deren Gast Lohse im Oktober 1920 ausstellte. Trotz positiver Presseresonanz blieb er wirtschaftlich erfolglos, zog im Frühjahr 1921 zurück nach Hamburg und gab das Malen für acht Jahre auf. | Dieter Scholz