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Objektbeschreibung

Fautrier war ein bedeutender Vorläufer des europäischen Informel der Nachkriegszeit. Nach dem Tod seines Vaters war seine Mutter mit ihm nach London gezogen, wo er später an der Royal Academy ausgebildet wurde. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn, als er wieder in Paris lebte, malte er Akte, Stillleben und Porträts in gedeckten Farbtönen. Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges nahm Fautriers Kunst eine entscheidende Wende. Seine Werke waren fortan geprägt von einer gestischen Malweise, vielschichtigem Farbauftrag und der tiefgreifenden Auseinandersetzung des Künstlers mit den Schrecken des Krieges. Besonders eindringlich zeigt sich dies in der Serie „Les Otages“ (Die Geiseln), die zwischen 1943 und 1945 entstand und die das menschliche Leid und die Grausamkeit des Krieges thematisiert. Mit „Swirls“ (Wirbel) verfeinerte Fautrier seine Maltechnik. Er trug eine dichte, pastose Farbschicht auf die Leinwand auf, bearbeitete sie mit einem Malmesser und bestreute die Oberfläche mit Pastellpuder, wodurch sich reliefartige Strukturen ergeben. Die Farbwirbel in „Swirls“ erzeugen eine endlose Bewegung, die an Wasserstrudel denken lässt, ohne konkrete Formen darzustellen. Der Kunstkritiker Michel Tapié bezeichnete Fautriers Werk als „un art autre“ (eine andere Kunst), als eine spezifisch europäische Form der Abstraktion, die sich von der gestischen Malerei eines Jackson Pollock abgrenzte. Fautrier selbst stand solchen Kategorisierungen skeptisch gegenüber. 1957 stellte er fest: „Keine Kunstform kann Emotionen erzeugen, wenn sie nicht irgendeine Spur des Realen trägt.“ | Catherine Nichols