Ruderer
Objektbeschreibung
Bei der kleinen Ölskizze auf Karton handelt es sich um eine Vorarbeit für Pechsteins Gemälde „Fischerboot“ (1913), das sich heute im Berliner Brücke Museum befindet. Das Motiv – eine sechsköpfige Mannschaft in einem durch den hohen Wellengang zur Seite gekippten Fischerboot im Meer – geht auf den Italien-Aufenthalt des Malers im Sommer 1913 zurück. Im September hatte er nach zwei Monaten in Florenz gemeinsam mit seinem Studienfreund Alexander Gerbig rund vier Wochen in Monterosso al Mare, einem kleinen Ort an der ligurischen Küste, verbracht, wo er die Fischer bei ihren Fahrten begleitete und etliche Skizzen anfertigte. Ob dieses Werk noch in Italien entstand oder erst – wie das große Format „Fischerboot“ – nach seiner Rückkehr nach Berlin, ist unbekannt. Erworben wurde der Karton Anfang des Jahres 1928 durch die Nationalgalerie von dem Galeristen Wolfgang Gurlitt für 1.600 Reichsmark. Dieser hatte die Ölskizze zusammen mit einigen anderen Werken Pechsteins im Rahmen einer gerichtlichen Einigung zugesprochen bekommen. Während das knapp zwei Meter hohe „Fischerboot“ als Leihgabe im Museum der bildenden Künste Leipzig und unter anderem 1922 auf der Biennale in Venedig gezeigt wurde, sandte Nationalgalerie-Direktor Ludwig Justi die „Ruderer“ anlässlich der Ausstellung „German Painting and Sculpture“ 1931 ins Museum of Modern Art nach New York. Die Ölskizze entging der Beschlagnahme als „entartete Kunst“ 1937 und befindet sich damit seit dem Erwerb durchgängig in der Sammlung. | Aya Soika