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Objektbeschreibung

Breker gilt als der prominenteste Bildhauer des Nationalsozialismus. Sein Frühwerk ist jedoch wenig bekannt. Nachdem er in der elterlichen Steinmetzwerkstatt in Elberfeld gelernt hatte, studierte er von 1920 bis 1925 an der Kunstakademie Düsseldorf. Der dort ansässige Kunsthändler Alfred Flechtheim nahm Breker unter Vertrag und machte ihn in Paris mit Künstlern wie Jean Cocteau und Fernand Léger bekannt. Erstmals hielt sich Breker von Januar bis September 1927 in der französischen Hauptstadt auf, bevor er sich dort Anfang 1928 fest niederließ. Es entstanden mehrere Aktplastiken, darunter die einer auf dem Rücken liegenden jungen Frau in entspannter Haltung mit geöffneten, doch gleichzeitig überkreuzten Beinen. Stilistisch ist die Figur beeinflusst durch den französischen Bildhauer Charles Despiau, Auguste Rodins letztem Assistenten. Mit Despiau war Breker eng befreundet. 1942 erschien dessen Buch über Breker, in dem auch die „Liegende“ abgebildet ist. Laut Despiau waren Brekers in Paris entstandene Skulpturen „sehr anziehend. Ich habe für sie eine besondere Zärtlichkeit, vielleicht weil sie näher an unserer Kunst zu sein scheinen und selbstverständlicher unser Gefühl ansprechen“ (Charles Despiau, Arno Breker, Paris 1942, S. 27). Eine Kleinbronze der „Liegenden“ wurde 1937 für die Nationalgalerie erworben. Es ist beachtenswert, dass deren Direktor, Eberhard Hanfstaengl, sich nicht für eine der damals erfolgreichen Monumentalfiguren des Bildhauers entschied, sondern für einen an der französischen Kunst der Moderne geschulten intimen Akt. | Dieter Scholz