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Leipziger Passagen III


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Objektbeschreibung

Raum und Licht sind die bestimmenden Größen in Ebersbachs Malerei. Die Motive für die zahlreichen Stadtbilder fand er seit den 1980er-Jahren in seinem Wohn- und Schaffensort Leipzig. Mit Unterführungen, Tunneln, Höfen, Bahnhofshallen und Passagen führt Ebersbach ins Innere der Stadt, an Orte der alltäglichen Wege wie auch der Begegnung, des Wartens oder genießerischen Flanierens. Niemals nimmt er etwa Bauornamentik oder Schaufensterauslagen in seine Gemälde auf. In lockerem Gestus konstruiert Ebersbach die Räume formal vereinfacht und farblich verhalten aus breiten schwarzen Pinselstrichen. Durch Fenster und Zugänge fällt bläulich-weißes Licht in das kühle Halbdunkel. Die faszinierende, mitunter unheimliche Räumlichkeit formt sich aus der perspektivischen Anlage, den tektonischen Achsen und kräftigen Hell-Dunkel-Kontrasten dieser Bilder. Der städtische Raum wird zur Ausdrucksform einer inneren Verfasstheit. Damit hebt sich Ebersbachs Schaffen deutlich von der seit Mitte der 1960er-Jahre für ihre allegorischen Weltdeutungen bekannten Malerei der sogenannten Leipziger Schule ab. Gingen die ihr zugeordneten Maler stets von der menschlichen Figur aus, tritt diese bei Ebersbach nur schemenhaft in Erscheinung. Wo sie in Bewegung ist, verschwimmt sie in der Unschärfe einer Langzeitbelichtung. Eine leise Melancholie und ein Anflug von urbanem Unbehagen durchziehen diese Orte. | Sophie Thorak