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Arbeiter am Tisch


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Objektbeschreibung

Zitzmann deckte ein breites künstlerisches Spektrum ab: Er malte Akte, Stillleben, Landschaften, Porträts und Gruppen, und eine seiner letzten Arbeiten, „Weltjugendlied“, war ein Wandgemälde im Palast der Republik in Ost-Berlin. Eine Zeitung nannte ihn einen „der eigenwilligsten Maler der DDR“ (Der Morgen, 14.2.1989) und bezog sich damit auf sein Werk wie auf seine Karriere. 1949, noch als freischaffender Künstler, hatte es Zitzmann an der Hallenser Kunsthochschule Burg Giebichenstein vom Dozenten bis zum Direktor der eigens für ihn eingerichteten Sektion für Gestaltung gebracht – und das mit einem Stil, der der normativen Formsprache des Sozialistischen Realismus vollkommen zuwiderlief. Seine Kunst konzentriert sich auf das Wesentliche. Das Bild zeigt drei Arbeiter*innen am Tisch, ob bei der Pause oder im Dienstgespräch, das bleibt eines der Geheimnisse von Zitzmanns stark reduziertem Setting. Das Gemälde steht in der Tradition der Brigadebilder, löst die Aufgabe aber völlig anders als zum Beispiel Horst Strempel („Plandiskussion“, A IV 87) oder Willy Neubert („Neuererdiskussion“, A IV 237). Zitzmann verzichtete auf schmückende Details oder eine Story, der Werktitel lässt offen, was hier geschieht. Eindeutiger ist die kubische Formsprache, die an Pablo Picassos wuchtige Figurenästhetik seines Neoklassizismus und an Fernand Léger erinnert: In sich ruhende Körper, vordergründig aufgehobene Individualität, ein Schattenspiel, bei dem unklar ist, von wo das Licht kommt. Die körnige Beschaffenheit ist exemplarisch für Zitzmanns Arbeiten der 1960er-Jahre. Geometrie spielt eine zentrale Rolle für die Szenerie, mit der er eine „Aussage über Realität“ anstrebte: „Ich möchte Einfachheit des Ausdrucks, eine Form ohne Verzierungen, einen lapidaren Realismus“ (zitiert nach Der Morgen, 14.2.1989). | Sven Haase