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Objektbeschreibung

Zwei von Mauern umgebene Häuser mit Nebengebäuden an einer gewundenen Dorfstraße, kein Mensch ist zu sehen, übrigens auch kein Baum oder Busch. Der blaue Hintergrund stellt die architektonische Szene in eine weite Landschaft und nimmt ihr alle Enge. Die lebendige, vibrierende Ausstrahlung des Bildes beruht auf der Malweise – die Farben sind mit Pinsel und Spachtel dick aufgetragen – und dem Aufbau aus verschiedenen, übereinanderliegenden Farbschichten. Dies bewirkt sowohl die feine Nuancierung als auch die fast reliefhafte Oberfläche. Unter den Bildern der Nationalgalerie von Rosenhauer zeigt dieses die am stärksten plastische Modellierung. Wir sehen einen trüben Wintertag, nicht romantisch, nicht expressiv überhöht und herber wiedergegeben als die beschneiten Dorfstraßen der französischen Impressionisten. Für die Wände der Häuser und die Grundstücksmauern verwendete Rosenhauer charakteristische Brauntöne, die durch das Weiß des Schnees erst richtig zur Geltung kommen. „Immer wieder höre ich von meiner ungewöhnlichen Vorliebe für Erdfarben, die Welt ist doch nicht lackiert. Nein, an den Erdfarben ist Rosenhauer nicht schuld. Ein Maler muß ein ungewöhnliches eignes Verhältnis haben zu den Farben; das ist eben der Beruf. Meine Farben fühle ich. Terra di Sienna, die verschiedenen Ocker, Goldocker. Umbra. Terra Pazuoli. Sienna natur, Sienna gebrannt; meine Farben schmecke ich.“ (Theodor Rosenhauer, in: Horst Drescher, Die Erdfarben des Malers Theodor Rosenhauer, in: MalerBilder. Werkstattbesuche und Erinnerungen, Berlin [Ost]/Weimar 1989, S. 76) | Angelika Wesenberg