Sonnige Straße
Objektbeschreibung
„Sonnige Straße“ gehört zu den insgesamt 15 Werken von Vertretern des italienischen Novecento, die 1932 durch Tausch gegen ein monumentales Gemälde von Francesco Paolo Michetti („Die Tochter des Jorio“, 1895, heute Biblioteca provinciale Gabriele D'Annunzio, Pescara) in die Nationalgalerie gelangten. „Colacicchi vertritt eine Generation, die die Kämpfe um die Gewinnung klassischer Formen und traditioneller Gehalte aus den bizarren Versuchen des ‚Futurismus‘, ‚Kubismus‘ und ‚Dadaismo metafisico‘ kaum mehr miterlebte. Er ist der erste Nachkriegs-Italiener der Sammlung. Seine kleine Landschaft […] erscheint deutschen Augen sehr sympathisch: Eine Straßenbiegung um eine Festung und zwischen dem Gegenüber ländlicher Häuser hindurch. Alles unter praller, heißer, glühender Sonne. Gelände und Gebilde sind aufs äußerste vereinfacht, in scharfen Silhouetten gerichtet. Aber nichts ist abstrakt, am wenigsten die Farbe oder das Licht“, kommentierte der Kustos der Nationalgalerie Ludwig Thormaelen 1933 (Ludwig Thormaelen, Neue italienische Malerei im Kronprinzen-Palais, in: Museum der Gegenwart, 3. Jg. [1933], H. 4, S. 140). | Kyllikki Zacharias