Selbstbildnis, klein
Objektbeschreibung
Im Laufe ihrer künstlerischen Karriere schuf Sintenis etliche Selbstbildnisse, an denen sich die unterschiedlichen Lebensphasen der Künstlerin eindrücklich ablesen lassen. Die erste dieser Darstellungen entstand bereits 1915. Es ist eine lebensgroße Maske aus Terrakotta (WVZ Berger/Ladwig 2013, 12), welche die Bildhauerin noch im Jahr ihres Entstehens mit einigen ihrer Tierplastiken in der Ausstellung der Berliner Secession präsentierte. Auf Anraten ihres frühen Förderers, des Dichters Rainer Maria Rilke, kaufte Karl von der Heydt das Bildnis zusammen mit einigen ihrer Tierfiguren für seine Sammlung. Nur ein Jahr später folgte ein zweites Porträt, dieses Mal als voll ausgeführte Kopfstudie, die allerdings nur 7,3 Zentimeter misst. Anders als bei der Maske aus Terrakotta sind keine Modellierungsspuren sichtbar. Ganz im Gegenteil: Das Porträt wirkt äußert stilisiert und auf das Wesentliche reduziert, wenngleich die jugendlichen Gesichtszüge der Künstlerin klar erkennbar bleiben. Der Kopf ist nach oben geöffnet. Rückblickend schrieb der Dichter Moritz Heimann über das Werk: „Züge, Formen und Charakter bedingen, durchdringen sich wechselseitig; es ist der Kopf einer jungen Sibylle“ (zit. nach M. Heimann: Renée Sintenis, Berlin 1927, S. 7). | Maike Steinkamp