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Objektbeschreibung

Nur wenige Werke des Künstlers aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sind erhalten. 1943 wurde sein Berliner Atelier ausgebombt, wobei rund 600 Gemälde und 1.000 Aquarelle verloren gingen. „Die Ruine“, im selben Jahr wie Deierlings „Selbstporträt im Spiegel“ (A IV 410) entstanden, führt eine symbolhaft düstere Welt vor Augen. Dargestellt ist die Ruine Zolchow am Plessower See in Kemnitz bei Werder an der Havel (heute nur noch in Bruchstücken erhalten). Ausflugsziele wie diese waren ein idealer Rückzugsort für den unangepassten Maler, der während der Zeit des Nationalsozialismus ebenso wie später in Ost-Berlin bis ins hohe Alter als Brotverkäufer, Strandkorbvermieter oder Sportplatzmeister arbeitete, um sich seine künstlerische Unabhängigkeit zu bewahren. Deierling hat die romantische Szenerie in ein spukhaft beleuchtetes Landschaftstheater aus Pappmaché verwandelt: Wie Teile einer Bühnenkulisse schieben sich von links die toten Bäume als Repoussoir in den Raum, kleine Mauern und großen Steine lenken den Blick in die Tiefe des Raumes, auf die Überbleibsel der mittelalterlichen Burg – ein plakatives Zeugnis der Vergänglichkeit menschlicher Macht. | Kyllikki Zacharias