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Glühendes Rot

1962 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

„Glühendes Rot“ ist beispielhaft für Meistermanns virtuosen Umgang mit Farbe. Das Werk wird von intensivem Rot in verschiedenen Nuancen dominiert, die von hell leuchtend bis zu dunkel glühend reichen. Die Farbflächen sind von schwarzen Linien umrahmt, die das Bild in Rechtecke gliedern. Quadrate in hellem Gelb und grünlichem Blau setzen Kontraste. Die Farben sind in Verläufen und Schattierungen angelegt, die den Eindruck von Wärme und Glut verstärken. Diese Methode, das Bild aus der Farbe heraus zum Leuchten zu bringen, entwickelte Meistermann ab 1957. Er erkundete die Farbe als Material mit eigenem Charakter und schuf Bildreihen zu einer Farbe mit schwebenden Farbfeldern und dynamischen Balkenformen. Während seine frühen Werke komplex und detailreich sind, zeigen die späteren Arbeiten eine Tendenz zur Reduktion, Vereinfachung und intensiverer Farbgebung. Auch „Glühendes Rot“ weist in diese Richtung. Das Bild ist beispielhaft für die Suche der deutschen Nachkriegsavantgarde nach neuen Ausdrucksformen, bei der die Abstraktion als Mittel zur künstlerischen Erneuerung galt. Die leuchtenden Rottöne können Assoziationen mit Leidenschaft, Energie und Intensität wecken. Das „Glühen“ im Titel deutet möglicherweise auf eine innere, spirituelle oder emotionale Bewegtheit hin, die tief in der Bildsprache des Künstlers verborgen ist. | Nina Hesse