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Objektbeschreibung

Pienes „Lichtraum“ in der Nationalgalerie bezeugt das anhaltende Interesse des Künstlers für das immaterielle Medium Licht als Gestaltungsmittel. Im Rahmen eines kommerziellen Auftrags hatte er bereits 1955 für einen befreundeten Fabrikanten Lichtkästen mit Lochblenden angefertigt. Aber erst 1959 nutze er dieses Mittel für eine eigene Arbeit, indem er bei seiner ersten Einzelausstellung ein „archaisches Lichtballett“ aufführte, bei dem er Licht aus Handlampen durch Rastersiebe auf die Wände des abgedunkelten Galerieraums projizierte. Angeregt von den motorisierten Objekten Jean Tinguelys entwickelte Piene in der Folge Lichtmaschinen und ein „automatisches Lichtballett“. Auf der „documenta III“ in Kassel 1964 zeigten die ZERO-Künstler Piene, Heinz Mack und Günther Uecker einen gemeinsamen „Lichtraum (Hommage à Fontana)“ (Kunstpalast Düsseldorf). Frühestes Element des von Piene allein gestalteten „Lichtraums“ der Nationalgalerie ist ein zwischen 1961 und 1963 hergestellter schwarzer Scheibenprojektor. Ergänzt wurde dieses historische Lichtobjekt durch drei perforierte Metallwürfel aus den Jahren 1991, 1994 und 1999. Lichtquellen im Inneren, elektronische Antriebe, eine Zeitschaltung und die Tonspur jener verfremdeten Klaviermusik, die 1959 das erste „Lichtballett“ begleitet hatte, lassen ein Spiel einander überlagernder und kreuzender, pulsierender und tanzender, punktueller und diffuser Licht- und Schattenformen entstehen. Die Integration von Licht, Raum, Zeit und Bewegung soll ein kosmisch-meditatives Erleben ermöglichen. | Dieter Scholz