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Brettheim 1945


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Objektbeschreibung

Im April 1945 wurden Mitglieder der Hitlerjugend in die Gemeinde Brettheim geschickt, um die Dorfbewohner gegen die anrückenden US-amerikanischen Truppen zu bewaffnen. Die Brettheimer jedoch entwaffneten die Kinder, um einen sinnlosen Kampf zu verhindern. Beim anschließenden Verhör der SS bekannte sich Friedrich Hanselmann schuldig, weigerte sich aber, weitere Beteiligte zu nennen. Er wurde standrechtlich zum Tode verurteilt. Als der Bürgermeister, Leonhard Gackstatter, und der NSDAP-Ortsgruppenleiter, Leonhard Wolfmeyer, den Tötungsbefehl nicht unterschrieben, wurde auch ihnen der Prozess gemacht. Am 10. April 1945 wurden die drei Männer in Brettheim erhängt. Ihre Leichen durften erst vier Tage später abgenommen werden. Im Jahr 1948 begann ein Prozess gegen drei Mitglieder der SS, die Strafverfahren dauerten bis 1960. Im Entstehungsjahr von Heinzingers Gemälde war das Thema also nach wie vor aktuell. In einfachem, realistischem Malstil zeigt es die Füße der Erhängten vor einer weißen Mauer. Die Toten werden von zwei Soldaten mit Bajonetten, deren Silhouetten auf der Mauer erscheinen, bewacht. Heinzinger war in den 1930er-Jahren in sozialistischen Gruppen aktiv und von 1938 bis 1941 im KZ Papenburger Moor interniert gewesen. Später wurde er Gründungsmitglied der westdeutschen Künstlergruppe Neuer Realismus; seine Darstellungen von Arbeitern gehören zu seinen bekanntesten Werken. Heinzinger lebte in Bayern und hatte Ausstellungen in beiden deutschen Staaten – in der DDR wurde er als Antifaschist und Realist gewürdigt. | Emily Joyce Evans