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Trame 5° placée horizontalement


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Objektbeschreibung

Mit seiner Fähigkeit zur formalen Erneuerung und einem ungewöhnlichen Sinn für Humor nimmt der französische Künstler eine Sonderstellung in der geometrischen Abstraktion ein. Das 1976 entstandene Gemälde „Trame 5° placée horizontalement“ (Um 5° verschobene Linie) besteht aus 27 dünnen horizontalen schwarzen Linien auf weißem Grund. Auch wenn alle Linien parallel zum Boden verlaufen, so scheint das Werk doch leicht zur Seite geneigt zu sein. Wie der Titel vorgibt, ist das Gemälde stets mit einem Neigungswinkel von 5 Grad gegenüber der Horizontalen aufzuhängen. So erzeugen die Linien den Eindruck, dass es schief an der Wand befestigt wäre. Hier tritt der geistreiche Spaßmacher im Künstler zu Tage, ein Homo ludens im Sinne Marcel Duchamps, der seine Werke nach Spielregeln erschafft, die er im Titel benennt. Morellet führte verschiedene Experimente durch, um diesen irreführenden visuellen Effekt zu erzielen, der die Betrachter*innen einen Moment zweifeln lässt, bevor sich ihnen das Aufeinandertreffen von mathematischer Logik und Absurdität erschließt. Im Verlauf der 1970er- und 1980er-Jahre schuf Morellet zahlreiche Bildserien mit vermeintlich schief hängenden Werken oder auch solchen, die sich überlagern und damit in die dritte Dimension übergehen, einem Ansatz, den der Künstler später weiter erforschen sollte. | Patricia Creveaux