Häuser mit Stillleben
Objektbeschreibung
Mehrfach eröffnet sich in der Bildwelt von Heldt von einem leicht erhöhten Standort aus, einem Fenster zumeist, der Blick auf einen Platz mit Rondell und Statue in der Mitte, dahinter befindet sich typischerweise eine Häuserzeile. Diese Darstellung zeigt rechts neben der breiten, begrenzenden Backsteinmauer eine kaum differenzierte Fläche in hellem Sandbraun. Rondell und Statue, aber auch die Häuser im Hintergrund mit ihren grünen und blauen Fensterhöhlen sind zeichenhaft, kindlich vereinfacht wiedergegeben. Der Blick wird auf das Rondell auf dem leeren Platz, der leeren Bühne, gelenkt. Anstelle eines Denkmals befindet sich hier eine seltsam gestaltlose Form, die einem schmelzenden Schneemann ähnelt. Die imaginären Betrachtenden des Stadtraums sehen ein Nichts – welch ein Gegensatz zu den belebten Straßenbildern aus Heldts Frühwerk. Mehrere „Stillleben auf der Straße“ entstanden bereits 1949 (WVZ Schmied/Seel 1976, 594, 586), auf diese Weise erfasste Heldt die allgegenwärtigen Trümmerhaufen. An Schutthalden und zerstörte Plätze kann man auch bei dem vorliegenden Bild denken. Auch die Stillleben auf den Fensterbänken im Werk von Heldt enthalten häufig amorphe, nicht mehr identifizierbare Formen, nun beleben diese selbst die Stadtplätze, der Krieg hat Stadtstillleben geschaffen. | Angelika Wesenberg