Porträt Walter Felsenstein
Objektbeschreibung
Förster studierte von 1953 bis 1958 an der Hochschule für bildende Künste Dresden bei Walter Arnold und Hans Steger, dann von 1959 bis 1961 an der Akademie der Künste der DDR in Berlin als Meisterschüler bei Fritz Cremer. In diesen Jahren setzte er sich intensiv mit den politischen Vorgaben an die Kunst, dem Sozialistischen Realismus, auseinander; schließlich entschied er sich jedoch für einen anderen Ansatz als seine Professoren, die im Kunstleben der Zeit tonangebend waren. Er wollte nicht in der vorgeschriebenen Weise realistisch arbeiten, vielmehr sind seine Bildnisse in den frühen 1960er-Jahren dadurch geprägt, dass er den Charakter und das für die porträtierte Person Typische herausarbeitete, indem er sie lange beobachtete. So auch bei Walter Felsenstein (1901–1975), der von 1947 bis zu seinem Tod Intendant der Komischen Oper in Ost-Berlin war. Förster besuchte viele Proben und brauchte mehrere Sitzungen mit dem Porträtierten, sodass seine Arbeit an dem Werk sich über Monate hinzog. Es war ein Auftragswerk des Ministeriums für Kultur der DDR für die Ausstellung „Unser Zeitgenosse“. Es existieren sechs Abgüsse des Kopfes. | Emily Joyce Evans