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Morceaux de pain


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Objektbeschreibung

Drei Erlebnisse hatten den 27-jährigen Masson tief geprägt, als er das vorliegende Stillleben malte: die Lektüre der Werke Friedrich Nietzsches, die mörderische Somme-Schlacht im Ersten Weltkrieg, in der er eine zeitlebens spürbare Brustverletzung erlitt, und die Revolution der Malerei durch den Kubismus. Nach einem Jahr der Rekonvaleszenz in verschiedenen Hospitälern war er 1919 für ein gutes Jahr ins südwestfranzösische Céret gezogen, das als „Mekka des Kubismus“ galt und wo Juan Gris und Pablo Picasso 1911/1912 den neuen Stil entwickelt hatten. Schon das Motiv des vorliegenden Gemäldes, die bewusste Belanglosigkeit der zum Stillleben arrangierten Alltagsgegenstände, ist typisch kubistisch; desgleichen deren Auflösung in ein flaches Schema von Formen, die keinen Illusionsraum vortäuschen und aus demselben Grund auch farblich nur schwach moduliert sind. Zudem aber deuten sich neue Elemente an: Die kreisend-pulsende Komposition, ineinanderfließende Bewegungsmotive – emblemhaft verdichtet in der Konstellation der Krugöffnungen – und das spannungsvolle Entgegensetzen von kristallin-transparenten (Wasserglas) und opak-weichen (Brot) Qualitäten machen das Stillleben zum Schauplatz des Ringens antagonistischer Kräfte. In der beginnenden Verflüssigung der Dinge in einen allgemeinen Lebensstrom deuten sich „der Geist der Metamorphose und die mythische Erfindung“ an (André Masson, La Mémoire du monde, Paris 1974, S. 8), die Massons Lebensthema werden sollten. | Kyllikki Zacharias