Schusterwerkstatt
Objektbeschreibung
Als Sohn einer Künstlerfamilie begann Spethmann bereits im Alter von 16 Jahren eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in seiner Heimatstadt Altona. Nach einem Jahr wechselte er 1911 an die Kunstakademie Düsseldorf und 1913 an die Akademie der bildenden Künste in München, wo er bis 1919 bei dem vor allem als Porträtmaler bekannten Hugo von Habermann dem Älteren studierte. 1921 zog Spethmann nach Bad Tölz, in dessen Umgebung er fortan die meisten seiner Bildmotive fand. Neben idyllischen Gebirgslandschaften und Ortsansichten widmete er sich dem Porträtieren von Einheimischen, darunter vorrangig Bauern und Handwerker. Das 1937 entstandene Gemälde in der Sammlung der Nationalgalerie zeigt einen Schuster bei der Arbeit in seiner Werkstatt, umgeben von Arbeitsutensilien und angehäuften Schuhen. Ein Fenster eröffnet den Blick in die schemenhaft wiedergegebene Landschaft, das einfallende Tageslicht erhellt den in Erdtönen gehaltenen Innenraum. Spethmann fühlte sich zeitlebens einer realistischen Malweise verpflichtet, wobei seine Vorliebe für stimmungsvolle Lichteffekte auf dem Impressionismus gründete. Seine traditionelle Malweise ließ sich mit der offiziellen Kunstauffassung des NS-Regimes vereinen. 1942 war er in der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ im Münchner Haus der Kunst vertreten. | Irina Hiebert Grun