Brasa III
Objektbeschreibung
Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff waren ein Künstler*innenpaar. Während Brigitte in ihren Werken die Beziehung zwischen Natur und geometrischer Abstraktion erforschte, brachte Martin seine räumliche Vorstellungskraft und sein visuelles Verständnis aus der Fotografie und dem Theater mit ein. 1955 begannen sie ihre gemeinsame Arbeit in München und konzentrierten sich ausschließlich auf Metallarbeiten, wobei sie vorgefertigte Elemente durch Löten und Schweißen verbanden. Mit ihrer systematischen Arbeitsweise schufen sie eine neue Form der Skulptur, die Raum statt Masse als Hauptelement nutzte. In ihrer 50-jährigen Zusammenarbeit erreichten sie durch kontinuierliche technische Weiterentwicklung eine einzigartige Synthese organischer und geometrischer Formen, die zugleich technische Präzision mit künstlerischer Ausdruckskraft verbindet. „Brasa III" ist eine abstrakte Skulptur aus einem mehrteiligen Metallrohr, das sich durch drei übereinander gestapelte Quader zu winden scheint. Die Oberfläche aus Messing und Zinn weist einen dunklen, metallischen Glanz auf. Das Rohr schlingt sich auf natürliche Weise und erzeugt durch seine tänzerischen Bewegungen eine lebendige Dynamik. Die rechteckige Struktur stellt als visuelles Zentrum das Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe her. 1967 und 1968 schuf das Paar eine Serie von drei Werken mit demselben Titel, „Brasa III“ bildet ihren Abschluss. Die 1968 in Paris entstandene Arbeit zeigt deutlich die charakteristische organische Formensprache und Raumnutzung der Künstler*innen. | Seoyoung Kim