Piazza Navona in Rom
Objektbeschreibung
1971 fuhr Tübke anlässlich seiner ersten Einzelausstellung im Ausland in der Galleria del Levante in Mailand nach Italien. Unter anderem besuchte er Rom, wo diese Ansicht der Piazza Navona entstand. Man sieht die „Fontana del Moro“ (1575/1576, Giacomo della Porta) von der Südseite, mit Blickrichtung auf Gian Lorenzo Berninis Vierströmebrunnen (1648–1651) mit dem Obelisken; links die Fassade von Sant’ Agnese in Agone (die Titelheilige starb in dem Wettkampfzirkus, der heute die Piazza Navona ist). Ungewöhnlich für Tübke ist das fahle Kolorit, das fast gänzlich auf Grau- und Ockertöne reduziert ist; insbesondere der Himmel erinnert an gewisse gewittrige Stimmungen bei El Greco. Die dionysische Inszenierung überschäumender Lebensfülle auf der barocken Platzanlage erfährt so eine unerwartete Brechung ins Unheilvoll-Morbide. | Oliver Seifert