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Objektbeschreibung

„Ich habe in einem Museum in Holland ein kleines Bild von Vermeer bewundert: Ein Tisch mit einem Topf und einem Teller mit drei Heringen. In diesem Thema liegt eine Welt von Empfindungen verborgen. Es ist, und nur durch sich selbst, ein ganzes Drama“ (Maurice de Vlaminck, Rückblick in letzter Stunde, St. Gallen 1965, S. 135). Die von Jan Vermeer (1632–1675) oder auch von dem bewunderten Paul Cézanne komponierten Bauernstillleben mit Wein, Früchten, Fischen, Brot besaßen für Vlaminck eine emotionale, eine fast mythische Bedeutung. In dieser seiner Darstellung eines einfachen Mahles drückt sich das in dem Motiv wie in dessen Umsetzung gleichermaßen aus: in dem dunklen Grün der Flasche neben dem hellen der Früchte, dem Rot des Korkens und der Äpfel und dem blendenden Weiß der Gefäße, wiedergegeben mit breiten, sichtbar gelassenen Pinselstrichen. Nach dem Einschnitt durch den Kriegsdienst von 1914 bis 1917 hatte sich die Malweise des Künstlers gewandelt (vgl. „Die Brücke von Chatou“, NG 17/62). Die Farbgebung ist nun meist dunkler, auch reduzierter, Hell-Dunkel-Kontraste dominieren die Darstellungen. Das vorliegende Werk erinnert in seiner immanenten Dramatik an Frühwerke von Cézanne, etwa ein Stillleben (um 1869/1871, A I 964) in der Nationalgalerie. Die einzelnen Objekte, vielfach schwarz konturiert und mit unklaren Schattenwürfen, sind ähnlich bedeutungsvoll ins Bild gesetzt. 1919 hatte eine Ausstellung in der Galerie Eugène Druet, Paris, für Vlaminck den endgültigen Durchbruch gebracht. Mit dem erworbenen Geld kaufte er ein Anwesen und zog sich aufs Land zurück. Das Stillleben mag bereits Ausdruck der neuen Lebensweise sein. | Angelika Wesenberg