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Femme accroupie


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Objektbeschreibung

Laurens hatte mit 14 Jahren eine sechsjährige Ausbildung bei einem Dekorbildhauer begonnen und in seiner Freizeit selbst Arbeiten hergestellt, die unter dem Einfluss Auguste Rodins standen. Erst mit 26 Jahren, 1911, begegnete Laurens Georges Braque, der ihn bald darauf anderen Kubisten wie Pablo Picasso, Juan Gris oder Fernand Léger vorstellte. Noch kurz vor seinem Tod, 1954, sagte Laurens von sich, er sei ein „gebürtiger Kubist“ (Henri Laurens, Über den Sinn der Kunst, 1954, in: Henri Laurens, Ausst.-Kat., Bielefeld, 2001, S. 24). In der Tat zeugen bereits die ersten eigenständigen Werke, zunächst Zeichnungen und besonders Papiercollagen, von dem Einfluss dieser Kunstrichtung. Vor allem 1919 und in den frühen 1920er-Jahren zahlten sich die Erfahrungen aus Laurens’ Ausbildung im Umgang mit Stein aus, denn endlich konnte er auch mit diesem Material arbeiten. Er fertigte nun polychromierte Reliefs und Skulpturen, die aussahen, als hätte er zehn Jahre zuvor von Picasso und Braque geschaffene Gemälde in die dritte Dimension überführt. Laurens’ hockender Akt mit pyramidalem Umriss und dem prominent angewinkelten linken Bein entfaltet seine Wirkung durch die vielen glatten Oberflächen, die je nach Betrachterstandpunkt und Lichteinfall genau jenes Spiel der Volumina in Gang setzen, das die kubistische Porträtmalerei auf der Leinwand zu erreichen gesucht hatte. | Gabriel Montua