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Frau im Korsett


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Objektbeschreibung

Unter dem Titel „New Aspects of British Sculpture“ stellte im britischen Pavillon der „Biennale di Venezia“ 1952 eine Gruppe von Bildhauern aus, die in den 1910er- und 1920er-Jahren geboren und damit eine Generation jünger waren als die im internationalen Kunstgeschehen etablierten Landsleute Barbara Hepworth und Henry Moore. Im Ausstellungskatalog beschrieb der Kunstkritiker Herbert Read die kantigen, verdrehten und schrundige Oberflächen aufweisenden Figuren der acht jungen Bildhauer, unter ihnen Reg Butler, mit den Worten: „These new images belong to the iconography of despair, or of defiance; […] Here are images of flight, or ragged claws ,scuttling across the floors of silent seas’, of excoriated flesh, frustrated sex, the geometry of fear.“ In der Folge schuf Butler, ein gelernter Architekt, eine Reihe von Frauenfiguren, bei denen nicht nur die gewundene Haltung und unregelmäßige Oberflächenstruktur Reads Beschreibung bestätigen, sondern auch ihr unsicherer Balanceakt auf schmalen Metallbänken. Bei der 1956 entstandenen Plastik „Frau im Korsett“, einem der ersten bei der renommierten französischen Gießerei Susse Frères realisierten Werke, verstärken das nach oben gerichtete Gesicht und der überstreckte Hals die strapaziös wirkende Haltung der schmalen Frauengestalt. | Nina Schallenberg