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Stehende Figur


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Objektbeschreibung

Für Archipenko brachte das Jahr 1921 große Veränderungen mit sich. Er zog von Paris nach Berlin, wo er bereits enge Kontakte zu Herwarth Walden und dem künstlerischen Zirkel um dessen Galerie Der Sturm hatte. Zudem lernte er in Dresden die expressionistische Bildhauerin Gela Forster kennen, die er noch im selben Jahr heiratete. Sein künstlerisches Schaffen weist zu Beginn der 1920er-Jahre ebenfalls Einschnitte auf. Wenngleich er am Motiv des Torsos (vgl. „Flacher Torso“, B 789) festhielt, zu dem er bereits in seiner Anfangszeit in Paris gelangt war, lehnte er seine Skulpturen nun doch weniger an der geometrisierten Formensprache des Kubismus an als vielmehr an anthropomorphen Darstellungen. Bei Werken wie der „Stehenden Figur“ führen die langen, sanft geschwungenen Körperglieder, die weiche Rundung des Armstumpfes sowie die Verformungen im Kopfbereich zum Eindruck einer Bewegung und eines Fließens der Gestalt. Für Archipenko gehörte die Vorstellung eines beständig wirkenden „élan vital“ (Lebensimpuls), die der Philosoph Henri Bergson seinen Überlegungen zur schöpferischen Praxis zugrunde legte, zu den wichtigsten Inspirationsquellen. In den geschwungenen und weich modellierten Formen seiner Torsi der 1920er-Jahre ist diese Vorstellung zu plastischer Wirklichkeit geworden. | Nina Schallenberg