Berliner Stillleben III
Objektbeschreibung
Für das dritte aus einer vierteiligen Reihe von Reliefs, mit denen Sammler ihre Arbeit in diesem Medium aufnahm, wählte sie ein kleines hochrechteckiges Format mit leicht unregelmäßigem Umriss. Zentral zeigt es einen antikisch stilisierten und lorbeerbekränzten Kopf. Hinterfangen wird dieser von einem Fensterrahmen, der mit Gesims und zwei verschiedenen Volutenkonsolen ebenfalls auf ein klassisches Formenvokabular zurückgreift. Neben dem im Fenster gleichsam schwebenden Kopf weht ein Vorhang aus einem nicht dargestellten Inneren nach draußen. In ihren Reliefs gab Sammler eigenen Erlebnissen und Vorstellungen zeichenhafte Form. Oft spielten dabei auch Überlegungen zu Vergangenem eine Rolle: „Die Durchdringung von Vergangenheit und Gegenwart ist in vielfältiger Form Bestandteil des Lebens und der Kunst. Im Kunstwerk lebt die Vergangenheit sich verwandelnd fort als ein Gleichnis für Tod und Wiederkehr.“ (Zit. n. Christa Sammler. Skulptur, Berlin 1994, o. S.) Bei dem „antiken“ Kopf, der im „Berliner Stillleben III“ ein offenes Fenster passiert, mag es sich um ein solches Gleichnis handeln. | Sophie Thorak