Logo

Martyrium I

Schenkung Otto van de Loo

FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Sturm begann 1952 sein Studium der Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste München. Nach zwei Semestern wechselte er in die Malereiklasse von Erich Glette. Dort bekam er eine gute handwerkliche Ausbildung und trat in engen Austausch mit anderen jungen Künstler*innen. 1957 schloss Sturm sich mit den Malern Lothar Fischer, HP Zimmer und Heimrad Prem zur Gruppe SPUR zusammen. „Martyrium I“ ist eines von drei Werken, die Sturm 1960 im Facettenstil ausgearbeitet hat. Dazu erklärte Fischer: „Wichtig war uns die Facettierung der einzelnen Formen, das Überlagern der Schichten, das Dichtgefüge eines Bildes, das Bild als bewegter Kosmos.“ (Lothar Fischer im „SPUR-Gespräch“ 1979, in: Gruppe SPUR 1958–1965. Eine Dokumentation, Ausst.-Kat. Galerie van de Loo, München 1979, S. 20) Auf dem Bild sind mit festen schwarzen Pinselstrichen umrissene Figuren zu erkennen. Einzelne Gesichter und Arme scheinen aus dem Bildgrund hervorzutreten und wieder zu verschwinden. Grau und helle Erdtöne verleihen dem Werk zusätzlich Bildtiefe. Sturm nahm für die Mitglieder der Gruppe SPUR in Anspruch, die Synthese aus dem analytischen Kubismus und dem tachistischen Strukturalismus hervorzubringen (Brief Helmut Sturm an HP Zimmer, 17.5.1959, in: Nilpferd des höllischen Urwalds. Situationisten, Gruppe SPUR, Kommune I, hrsg. v. Wolfgang Dreßen u.a., Berlin 1991, S. 135–137). Die „Martyrium“-Werke könnten als ein Versuch dieser Synthese gewertet werden. | Sarah Hampel