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Objektbeschreibung

Seit Dezember 1916 hielt sich Kokoschka in Dr. Teuschers Sanatorium im Kurort Weißer Hirsch bei Dresden auf, um die Folgen seiner zweiten Kriegsverletzung auszukurieren. Schon im August 1915 hatte er in der Westukraine einen Kopfschuss und einen Bajonettstich in die Brust erhalten, ein Jahr später war er in die Sprengung einer Brücke am Isonzo geraten, bei der das Gleichgewichtsorgan im Ohr verletzt wurde. Entstanden ist das Bild vermutlich nach Kokoschkas Rückkehr aus Stockholm, wo der Ohrenspezialist und Nobelpreisträger Professor Robert Bárány im Auftrag des österreichischen Staates Kokoschkas Schwindelanfälle untersucht und ihm die Kriegsuntauglichkeit attestiert hatte. Das Grün der Bäume deutet eher auf den Herbst 1917 als auf das Frühjahr 1918 hin. Es blieb die einzige Jagddarstellung des Künstlers, der sich immer mit der Kreatur identifizierte und mehrfach regelrechte Porträts von Tieren gemalt hat. Die Parforcejagd mit Reitern und Hunden – ein gejagtes Wild ist nicht zu sehen – kann Kokoschka als „Zaungast“ in der Dresdner Heide nördlich der Stadt beobachtet haben. Das schwindelnd bewegte Bild ist ein Gleichnis auf seine Situation als Entkommener der wilden „Jagd“ des Krieges. Auch der mythische Zusammenhang von Jagd und Liebesqual ist nicht von der Hand zu weisen angesichts der Tatsache, dass Kokoschkas zweifache freiwillige Meldung zum Fronteinsatz die verzweifelte Reaktion auf das unglückliche Liebesverhältnis zu Alma Mahler war (vgl. „Mann mit Puppe“, B 1058). | Oliver Seifert