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Parkbank am Wedding


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Objektbeschreibung

In seinen Werken der 1920er-Jahre hat Nagel zumeist die Menschen und das Leben im Berliner Arbeiterbezirk Wedding dargestellt. Es waren Personen und Situationen aus seiner direkten Umgebung, die er durch genaue Beobachtung und mit großer malerischer Präzision in all ihren Eigenheiten festhielt, womit er den Betrachter:innen einen einfühlsamen, aber zugleich schonungslos realistischen Einblick in den Alltag im Kiez ermöglichte. Wie der Titel verrät, zeigt das Gemälde eine Parkbank im Wedding, die nahezu den gesamten Bildvordergrund ausfüllt. Dahinter türmen sich die Mietskasernen. Auf der Bank sitzen in sich gekehrt und mit einigem Abstand zueinander ein alter Mann und eine alte Frau ebenso wie ein Paar, dessen Kind vor ihm auf dem Boden spielt. Es findet keine Interaktion statt, selbst das Paar erscheint isoliert, ja fast verloren. Die Körperhaltung der Personen, ihre zerfurchten, teilnahmslosen und fahlen Gesichter zeugen von ihrem anstrengenden, von Entbehrungen geprägten Lebensalltag. Das großformatige Werk ist das einzige erhaltene Bild zu dem von Nagel geplanten Gemäldezyklus „Aus dem Leben eines Großstadtmenschen“, der das Leben eines exemplarischen Arbeiters von der Geburt bis zum Tod schildern sollte. Insgesamt vollendete Nagel sieben Bilder des Zyklus – sechs von ihnen gingen jedoch durch Kriegseinwirkungen verloren. | Maike Steinkamp