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Frau mit Rindern

1950 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

Um 1929 hatte der Architekt Erich Mendelsohn Mataré mit einem Kunstwerk für seine Villa beauftragt, die er von 1928 bis 1930 gemeinsam mit seiner Frau, der Cellistin Luise Mendelsohn, am Rupenhorn 6 in Berlin nach eigenen Plänen bauen ließ. Mataré fertigte ein fast zwei Meter breites Bronzerelief für das Musikzimmer an, das einen weiblichen Akt mit zwei Rindern zeigt. Darin thematisierte der Künstler die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Während er im linken Drittel eine aufrecht stehende weibliche Figur mit nicht ausgearbeitetem Gesicht und ausladenden Hüften darstellte, die in ihrer formalen Reduziertheit wie ein archaisches Symbol, eine Urmutter oder ein Idol wirkt, versammelte er in der rechten Bildhälfte ein stehendes und ein liegendes Rind mit langen Hörnern. Alle drei Figuren ragen über die Reliefplatte hinaus. Sie wirken einerseits isoliert, beziehen sich andererseits jedoch aufeinander, nicht zuletzt in ihrer Symbolik als Zeichen für Vitalität, Kraft und Fruchtbarkeit. In der geradezu formelhaften Darstellung werden Reminiszenzen an prähistorische Felszeichnungen oder religiöse Riten wach. Ende März 1933 flohen Erich und Luise Mendelsohn, die als Juden vom nationalsozialistischen Regime bedroht waren, nach Palästina und England. Während sie einen Großteil ihrer Kunstsammlung mit ins Exil nehmen konnten, musste das Relief von Mataré aufgrund seines Gewichts im Haus zurückbleiben. | Maike Steinkamp