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Objektbeschreibung

„Haussegen“ ist eines der späteren reliefartigen Temperagemälde, die in Jaenischs Schaffenszeit in den 1940er- bis 50er-Jahren vorherrschen. Durch pastose Farbschichten und Einritzungen heben sich die abstrahierten Figuren und Formen plastisch von den Flächen in Schwarz, Gelb und Rot ab. Die Bildgegenstände geben dem Werk symbolischen Charakter. Wie christliche Attribute umringen sie das zugedeckte Paar. Der Kelch, der neben einem Laib Brot auf einem Tablett steht, verweist auf das letzte Abendmahl. Die fünf Fische, ein bekanntes Christussymbol, und die säugende Wölfin können mit dem Wunsch nach grenzenloser Nahrung und gesunden Nachkommen assoziiert werden, ganz im Sinne eines traditionellen „Haussegens“. Die gewählten Farbhintergründe wiederum machen eine politische Dimension auf und können auf die 1949 eingeführten Nationalfarben der Bundesrepublik Deutschland verweisen. In der Nachkriegszeit beschäftigte sich Jaenisch intensiv mit dem Zusammenspiel von Alltag und Politik. Immer wieder thematisierte er in seinen Werken das Leben und die Menschen jener Zeit, insbesondere in West-Berlin. Im Entstehungsjahr dieses Gemäldes erhielt Jaenisch den Berliner Kunstpreis des Berliner Senats. Drei Jahre später folgte seine Berufung an die Hochschule für Bildende Künste Berlin (West). | Anina Gröger