Stehende
Objektbeschreibung
Nach dem Studium an der Leipziger Kunstgewerbeschule besuchte Arnold in den Jahren 1933 bis 1940 regelmäßig den Schweizer Bildhauer Hermann Haller in dessen Atelier am Bodensee. Zu dieser Zeit noch auf der Suche nach einer eigenen Formensprache für seine Plastik, prägten und inspirierten ihn diese Aufenthalte und der klare Stil seines Künstlerkollegen. Insbesondere die Formgebung und die Körperlichkeit der stehenden, weiblichen Akte Hallers griff Arnold in seinen frühen Arbeiten auf. So setzte er die aufrechte Position auch bei einer seiner ersten ganzfigurigen Skulpturen um, die er 1933 aus Mooreiche anfertigte. Diese Arbeit trug wie auch die vorliegende den Titel „Stehende“. Sie wurde von den Nationalsozialisten bei der Aktion „Entartete Kunst” teils zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete sich Arnold weiterhin dem stehenden weiblichen Akt. In der plastischen Konzeption der Bronze „Stehende“ fokussierte er sich auf die Haltung der Arme, die, locker hinter dem Kopf verschränkt, Dynamik in den Frauenakt bringen. Es ist eine Darstellung, in der eindeutig der Einfluss Hallers erkennbar ist, der diese Armhaltung in einer Vielzahl seiner Werke verwendete. | Jill Praus