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Gewandskulptur

Schenkung des Künstlers an die Freunde der Nationalgalerie

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Objektbeschreibung

Die für sein Schaffen charakteristischen Nägel schlug Uecker in der Regel in einen festen Holzgrund, sodass die Nagelköpfe sichtbar blieben. Umgekehrt verhielt es sich, wenn er mit Tüchern arbeitete. In der „Gewandskulptur“ sind die Nägel von hinten durch den Stoff gedrückt. Dieser ist an der Oberseite eines an die Wand gelehnten quadratischen Rahmens befestigt. Durch ihr Gewicht spannen die in der unteren Zone konzentrierten Nägel das Tuch. Hinter der Konstruktion versteckt an die Wand montiert, bewegt sich eine hölzerne Kugel motorbetrieben im Kreis. Sie zeichnet sich als geheimnisvolle Beule ab, die den Stoff verlebendigt. Die Bewegung bleibt ruhig und gleichmäßig, ganz im Gegensatz zu dem 1965 entstandenen „New York Dancer III“ (Kunsthalle Bremen), bei dem das Tuch mit den nach außen gerichteten Nägeln in plötzliche und bedrohliche Rotation versetzt wird. Durch unsichtbare Technik gesteuert, tritt der plastische Körper überraschend in Aktion. Aber während das den Nägeln eigene Gewaltpotenzial sich hier entfaltet, bleibt es im Rahmen der „Gewandskulptur“ nur angedeutet und als Bild gebändigt. Drei gleich große Exemplare der „Gewandskulptur“ zeigte Uecker auf der Biennale São Paulo 1971. Eine dieser Arbeiten stiftete er ein Jahrzehnt später der Nationalgalerie (West) anlässlich einer Solidaritätsaktion zugunsten des Erwerbs von Barnett Newmans Gemälde „Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue IV“ (NG 5/82). „Ich habe keine Angst vor Rot, Gelb und Blau!“, schrieb Uecker in der Begleitpublikation. | Dieter Scholz