Bozzetto n. 2
Objektbeschreibung
Die Zeichnung „Bozzetto n. 2“ ist Teil der Werkgruppe „Cartoni scalfiti in bianco e nero“ aus den Jahren 1956/1957, Reliefkartons in Schwarz und Weiß. „Bozzetto n. 2“ ist mit schwarzer Tusche auf Holzpappe gezeichnet. Im hochrechteckigen Format bildet sich durch Linien, geometrische Formen und Schraffuren ein räumliches Gefüge. Auf schwarzem Grund sind Dreiecke, Rechtecke sowie Bogensegmente ineinander verschränkt. Einzelne Linien sind wie Strahlen über das Gebilde hinausgezogen und markieren gleichzeitig die Kontur des Konstrukts. Mastroianni nutzte die schwarze Farbe der Tusche nicht, um die Formen zu füllen, sondern durch Freilassungen helle Formen entstehen zu lassen. Der schwarze Hintergrund bringt den gelblichen Ton der Holzpappe leuchtend hervor und unterstützt durch den starken Kontrast die Dynamik der Bildelemente. Der hier entstandene Raum wirkt mit den vielfältigen abstrahierten Formen stark bewegt. Mit dem Wort „bozzetto“, das bereits seit dem 15. Jahrhundert in Italien für malerische oder plastische Skizzen verwendet wurde, beschreibt der Künstler den skizzenhaften Charakter der Zeichnung und verweist auf den modellhaften Versuch, Linien, Flächen und Kreissegmente in dynamischer Verbindung darzustellen. Die Zeichnung kann als Ausgangspunkt für seine Skulpturen aus Bronze gesehen werden. | Stefanie Meisgeier