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Objektbeschreibung

Schemenhaft ist ein Leichenzug zu erkennen, der links ins Bild rückt und an anonymen Wohnblocks vorbei durch die Dunkelheit zieht. In einer dramatisch beleuchteten Szene, die Lichteffekte, Spiegelungen und Nebel fast bedrohlich wirken lassen, geben etwa zwei Dutzend Personen dem oder der aufgebahrten Toten das letzte Geleit. Mit der düsteren Ausgestaltung schließt Strempel nahtlos an seinen Zyklus „Nacht über Deutschland“ an, dessen Farben ebenfalls stark reduziert sind und den unheimlichen Effekt der Bilder unterstreichen (A III 257 und A IV 545). Hier überwiegen dunkle Grautöne, Schwarz und ein unregelmäßiges Rostrot, das die konturlosen Häuserwände schimmern lässt, als wären sie von Fackeln beschienen. Auffällig ist die rote Fahne, die darauf deutet, dass hier ein Kommunist/eine Kommunistin zu Grabe getragen wird. Handelte sich gar um ein prominentes Mitglied der Partei, möglicherweise von rechten Freikorps ermordet? Ob es sich bei dem Grün um ein Stück abstrahierte Natur handelt oder dies symbolisch für die Hoffnung steht, bleibt ebenso offen wie Zeitpunkt und Ort des Geschehens, das ebenso vor 1933 wie nach 1945 angesiedelt sein könnte. Lediglich die Konturen lassen erahnen, dass es sich bei den Trauernden zu einem nicht geringen Teil um Frauen handelt. Wie häufig bei Strempel existieren auch von diesem Motiv mehrere Varianten in verschiedenen Techniken (u.a. ein Aquarell, vgl. WVZ Saure 1992, 721). Das Gemälde wurde 1959 und 1970 bei den Werkschauen des Künstlers in West-Berlin ausgestellt. | Sven Haase