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Kopf mit Nagel


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Objektbeschreibung

Der kleinformatige, nur 17 Zentimeter große „Kopf mit Nagel“ entstand 1939, kurz nach Baldens Emigration nach Großbritannien. Als Otto Koehler 1904 im brasilianischen Blumenau geboren und in Berlin aufgewachsen, hatte der Bildhauer und Grafiker den Namen Theo Balden auf seiner politisch motivierten Flucht 1935 nach Prag und später nach England angenommen und sein Leben lang nicht mehr abgelegt. Auch sein Werk ist eng mit den Erfahrungen im Exil verknüpft. Eine klassische künstlerische Ausbildung hatte Balden nie absolviert. Inspirationen zog er aus seinem kurzen Intermezzo am Bauhaus in Weimar 1923/1924 sowie aus den Plastiken von Ernst Barlach und Wilhelm Lehmbruck. 1929 trat er der Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands (ASSO) bei, einer der KPD nahestehenden Organisation, die seinen politischen wie künstlerischen Überzeugungen entsprach. Aus jener Zeit sind nur wenige Werke von Balden überliefert. Eines der ersten bekannten Stücke ist der „Kopf mit Nagel“, der aus einem Fundstück gefertigt ist, in dem sich bereits der verrostete Nagel befand. Er scheint sich nun von hinten in den Nacken zu bohren. Es ist nur die Vorderseite der Skulptur ausgearbeitet, sodass der Kopf wirkt, als schäle er sich geradezu aus dem Holz heraus. Die Gesichtszüge mit den tiefliegenden, dunkel verschatteten Augen, die große kantige Nase und der halboffene, wulstige Mund sind stark vereinfacht dargestellt. Mit seiner reduzierten, gleichwohl klaren Formgestaltung und Symbolkraft wurde der Kopf später zu einem allgemeingültigen Sinnbild für Gewalt und Verfolgung. | Maike Steinkamp