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Stillleben mit Pfeife (Le Quotidien du Midi)


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Objektbeschreibung

Braque hat das Gemälde „Stillleben mit Pfeife (Le Quotidien du Midi)“ wahrscheinlich im Frühjahr 1914 geschaffen. Als er im August desselben Jahres zum Kriegsdienst einberufen wurde, endete auch die fruchtbare Zusammenarbeit mit Pablo Picasso, und die Phase des Kubismus im engeren Sinne war vorbei. In diesem Gemälde führte Braque fort, was er und Picasso seit etwa 1912 mit dem sogenannten synthetischen Kubismus erprobt hatten, nämlich durch Schichten und Hinzufügen von Elementen den Bildraum zu füllen (vgl. „Stillleben mit Glas und Zeitung“, NG MB 90/2000). So finden wir hier die rechteckigen, übereinandergelegten Flächen wieder, die großen Buchstaben in der Bildmitte, die sich zu dem Zeitungstitel „Le Quotidien du Midi“ ergänzen ließen, und das einzige klar gegenständlich abgebildete Objekt, ein Pfeife. Wie ein Rauchwölkchen darüber schweben in einen siegelartigen Kreis gefasst die Buchstaben „Eau de vie“, Schnaps. Wer dieses Stillleben räumlich verorten möchte, kann es mit Zeitungslektüre und leiblichem Genuss im Kaffeehaus versuchen. Wie bereits im „Stillleben mit Glas und Zeitung“ erkennt man auch hier die in meisterlicher Trompe-l’Œil-Manier gemalten Holzimitationen, die erst bei nahem Herantreten als solche und nicht als aufgeklebte Holzplatten zu erkennen sind. | Hans Jürgen Papies und Gabriel Montua