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Bild mit schwarzem Keil (Vervielfältigung Nr. 5)


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Objektbeschreibung

Auf der „Großen Kunstausstellung Hannover“ 1930 bot Buchheister, wie der Kunstkritiker Ernő (Ernst) Kállai berichtete, „seine ausgestellten Bilder auf Wunsch in vollkommen originalgleichen Wiederholungen“ an, die nur einen Bruchteil des originalen Werkes kosteten (Ernst Kállai, Serienkunst, in: Das neue Frankfurt, 4. Jg. [1930], H. 11, S. 244). Buchheister hatte mit diesen sogenannten Vervielfältigungsbildern Mitte der 1920er-Jahre begonnen. Wie er an die US-amerikanische Kunstsammlerin Katherine Dreier schrieb, ermögliche es die klare Einfachheit abstrakter Schöpfungen – ja, sie verlange geradezu danach –, Vervielfältigungen herzustellen und die bildende Kunst so durch geringe Kosten vielen Menschen zugänglich zu machen (Brief vom 20.8.1932, in: Carl Buchheister, Ausgewählte Schriften, Hildesheim 1980, S. 99). Dreier kaufte Anfang der 1930er-Jahre die erste Version von „Bild mit schwarzem Keil“ (Yale University Art Gallery, New Haven). Die Papiercollage besteht aus einer diagonal angelegten, klar gegliederten Fläche aus ausgeschnittenen geometrischen Formen in Weiß, die durch einen asymmetrischen schwarzen Keil in der rechten oberen Ecke des Bildes akzentuiert wird. In der Nationalgalerie befindet sich von dem Werk Version 5, die der Künstler erst 1963 anfertigte. Insgesamt stellte Buchheister von 29 seiner Arbeiten aus den Jahren 1925 bis 1934 Vervielfältigungen her, meist bis zu drei, maximal sechs Fassungen (WVZ Kemp 1998, S. 115). Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verließ der Künstler seine konstruktivistische Herangehensweise und wandte sich der Gegenständlichkeit zu. Erst nach 1945 kehrte er zum abstrakten Bild zurück. | Maike Steinkamp